Über das Notwendige der Kunst
1926
Kunst entsteht heute als eine Art höherer Synchronisierungsleistung: Zwischen unseren Talenten, den eigenen und fremden Erwartungen zu entsprechen (oder eben auch nicht) und den Zuschreibungen, die aus der Differenz zwischen den Konstruktionen des Eigenen und den Wünschen und Projektionen von Fremden entstehen. Wie aber positioniert sich dabei das Notwendige als eigenständiges, soziales und politisches Prinzip? Ist es nicht ein hoch wirksamer aber unhintergehbarer Teil der heutigen Theorie-DNA von Kunst? Markiert Kunst bloß einen Ort der Freiheit von der Form ihrer Notwendigkeit?